GS1-Barcode-Standards: Grundlagen und Fallstricke im Praxisbetrieb
· Aktualisiert am: · Go Komura · GS1, Barcode, GTIN, GS1-128, GS1 DataMatrix, Bestandsverwaltung
Bei Barcode-Beratungen kommt es häufig vor, dass „wir wollen einen JAN-Code“, „wir wollen GS1-128“ und „wir wollen einen QR-Code“ als ein und dieselbe Ebene der Diskussion vermischt werden.
In Wirklichkeit gibt es Dinge, die man zuerst trennen sollte.
- Was Sie identifizieren möchten
- Welche Attributinformationen Sie mitführen möchten
- Mit welchem Symbol Sie das darstellen
- Wie das vorgelagerte System die Daten nach dem Scan interpretiert
GS1 ist der Standard, der diese vier Punkte verbindet — ein Regelwerk, das nicht nur „wie man Nummern vergibt“ umfasst, sondern auch die Bedeutung der Daten, den Barcode als Datenträger, Platzierung und Qualität sowie die Verarbeitung nach dem Scan.1
Die folgende Darstellung basiert auf GS1-, GS1-Japan- und Materialien des japanischen Gesundheitsministeriums, die zum Stand April 2026 verfügbar waren.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste zuerst
- Die von GS1 standardisierten Ebenen
- Die Anwendungsfälle, die Sie in der Praxis zuerst trennen sollten
- Repräsentative Regeln, die GS1 festlegt
- Punkte, an denen der reale Betrieb häufig hängen bleibt
- Beispiele mit starken regulatorischen oder branchenspezifischen Anforderungen
- Die Reihenfolge für die Einführung
- Zusammenfassung
- Referenzen
1. Das Wichtigste zuerst
Im praktischen Umgang mit GS1 sind das die fünf Punkte, die Sie zuerst verstehen sollten.
-
GTIN und Barcode-Art sind zwei verschiedene Dinge. Die GTIN ist der Produktidentifikationscode; EAN/UPC, ITF, GS1-128, GS1 DataMatrix und GS1 QR-Code sind Arten, ihn darzustellen. Vermischt man das, bricht das Design zusammen.23
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Die GTIN allein reicht in vielen Fällen nicht aus. Wer Chargennummer, Verfallsdatum oder Seriennummer mitführen muss, benötigt zusätzlich GS1-Applikationsidentifikatoren (AI), um diese Attribute getrennt zu halten.4
-
POS, Logistik und Rückverfolgbarkeit passen zu unterschiedlichen Symbolen. Der verbraucherorientierte POS-Bereich dreht sich vor allem um die GTIN, die Logistik um GTIN-14 oder SSCC, und Rückverfolgbarkeit oder regulierte Bereiche fügen der GTIN üblicherweise Charge, Verfallsdatum und Seriennummer hinzu.25
-
Störungen im echten Betrieb entstehen nicht beim Drucken, sondern beim Empfänger. Sind FNC1, die Trennung variabler AIs, die Scannerkonfiguration, die Symbolidentifikatoren, der Parser des vorgelagerten Systems und die Aktualisierungsregeln des Produktstamms nicht festgelegt, ist ein lesbarer Barcode trotzdem nicht nutzbar.43
-
Die 2D-Migration im Einzelhandel läuft, befindet sich aber noch in der Übergangsphase. Der GS1-Leitfaden für den Einzelhandel geht davon aus, dass bis POS-Systeme 2D ausreichend unterstützen, neben dem 2D-Code auch ein linearer POS-Barcode mitgedruckt wird.67
Kurz gesagt: Statt bei der Barcode-Erzeugung anzusetzen, scheitert man seltener, wenn man zuerst festlegt, wer wo was liest und für welchen Geschäftsprozess.
In den folgenden Kapiteln kommen recht viele GS1-Abkürzungen vor. Wer sich diese vorab merkt, liest leichter weiter.
| Abkürzung/Begriff | Vollständige Bezeichnung | Was es bezeichnet |
|---|---|---|
| GTIN | Global Trade Item Number | Nummer, die ein Produkt identifiziert. Der japanische JAN-Code ist eine Art von GTIN |
| AI | Application Identifier (Applikationsidentifikator) | 2- bis 4-stellige Ziffernfolge, die Bedeutung und Format der nachfolgenden Daten festlegt |
| SSCC | Serial Shipping Container Code | Nummer, die logistische Einheiten wie Paletten oder Kartons einzeln identifiziert |
| GLN | Global Location Number | Nummer, die einen „Ort“ identifiziert — Unternehmen, Standort oder Lieferadresse |
| FNC1 | Funktionszeichen (Function 1), das u. a. Code 128 besitzt | Steuerzeichen für GS1-Standardbarcodes. Kennzeichnet GS1-Daten und trennt Daten variabler Länge |
| HRI | Human Readable Interpretation | Für Menschen lesbarer Text neben dem Barcode. Die Klammerschreibweise wie (01) gehört hierher |
| ASN | Advanced Shipping Notice (Vorabversandanzeige) | Vom Versender vorab an den Empfänger gesendete Daten zum Versandinhalt. Vereinfacht in Kombination mit der SSCC die Wareneingangsprüfung |
| X-Dimension | X-dimension | Breite des schmalsten Balkens im Barcode. Wirkt sich direkt auf Leseabstand und Leserate aus |
| Quiet Zone | quiet zone | An beiden Enden des Symbols erforderlicher Freiraum. Wird er zu knapp bemessen, ist der Code nicht mehr lesbar |
2. Die von GS1 standardisierten Ebenen
2.1 Identifikationscodes
GS1 stellt zunächst Identifikationsschlüssel dafür bereit, „was identifiziert werden soll“.
Der repräsentative Schlüssel zur Identifikation von Produkten ist die GTIN. Es gibt GTIN-8, GTIN-12, GTIN-13 und GTIN-14; in Japan werden GTIN-13 und GTIN-8 als JAN-Code breit eingesetzt. GTIN-13 dient Einzelartikeln oder der kleinsten Handelseinheit, GTIN-14 Sammelverpackungen wie Kartons oder Kollis.2
Der repräsentative Schlüssel zur Identifikation logistischer Einheiten ist die SSCC. Einer Palette oder einem Karton eine SSCC zu geben und sie mit den Versanddaten zu verknüpfen, um die Wareneingangsprüfung zu vereinfachen, ist eine typisch GS1-artige Vorgehensweise.5
Wichtig ist hier: Die GTIN ist ein Schlüssel, der aussagt, „um welches Produkt es sich handelt“ — sie trägt weder Charge noch Verfallsdatum mit. Charge und Verfallsdatum liegen auf einer eigenen Ebene.
2.2 Die AI, die die Bedeutung von Attributinformationen festlegt
Zusätzliche Attribute, die eine GTIN mitführen soll, werden durch GS1-Applikationsidentifikatoren (AI) definiert. Ein AI ist eine 2- bis 4-stellige Ziffernfolge, die Bedeutung und Format der nachfolgenden Daten festlegt.43
Nur die repräsentativen Beispiele:
(01)GTIN(00)SSCC(10)Charge/Losnummer(17)Verfallsdatum(21)Seriennummer
Bei GS1 kommt es nicht darauf an, „eine Ziffernfolge lesen zu können“, sondern darauf, diese Ziffernfolge mit derselben Bedeutung interpretieren zu können. Dank der AIs verwechselt die empfangende Seite die Bedeutung seltener, selbst wenn mehrere Daten in einem einzigen Barcode untergebracht sind.4
2.3 Barcode-Symbole als Datenträger
Als Nächstes kommt der Datenträger — „womit diese Daten dargestellt werden“. Auch das wird in der GS1-Welt getrennt betrachtet.18
Für die alleinige Darstellung der GTIN sind EAN/UPC (in Japan das JAN-Symbol) und ITF nach wie vor weit verbreitet. Sollen zusätzlich Attribute wie Datum oder Chargennummer dargestellt werden, kommen GS1-128, GS1 DataMatrix oder GS1 QR-Code infrage.3
Ein häufiges Missverständnis ist hier, dass GS1-128 nicht „Code 128 selbst“ ist. Ebenso ist GS1 DataMatrix ein GS1-Subset von Data Matrix und GS1 QR-Code ein GS1-Subset des QR-Codes. Sie verwenden FNC1, um die Einhaltung der GS1-Regeln anzuzeigen, und ordnen die Daten nach der AI-Syntax an.83
„Code 128 erzeugen können“ und „GS1-128 korrekt erzeugen können“ bedeuten also nicht dasselbe.
2.4 Platzierung, Größe, Qualität und HRI
Die GS1 General Specifications behandeln nicht nur Identifikationscodes und AIs, sondern auch Symbolgröße, X-Dimension, Quiet Zone, Platzierung, Qualitätsbewertung und die Human Readable Interpretation (HRI).1
Ein Barcode ist deshalb kein Gestaltungselement, das man beliebig verkleinern oder vergrößern darf. Gerade bei Logistikanwendungen und schnellem POS-Betrieb wirken sich Druckqualität und Platzierung unmittelbar auf die Leserate aus. Auch der 2D-Leitfaden für den Einzelhandel hält fest, dass Platzierung und der Umgang mit mehreren Barcodes unmittelbar die POS-Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinflussen.6
3. Die Anwendungsfälle, die Sie in der Praxis zuerst trennen sollten
3.1 Verbraucher-POS
Für das schnelle Scannen an der Kasse hat die zuverlässige Lesbarkeit der GTIN oberste Priorität. Der Wunsch, zusätzliche Attribute unterzubringen, nimmt zu, doch derzeit befinden wir uns in einer Übergangsphase, in der neben dem 2D-Code auch ein linearer Barcode mitgedruckt werden muss.67
Die Entscheidung „ab jetzt ist QR-Zeit, also machen wir alles 2D“ ist deshalb riskant. Zu prüfen ist nicht nur, ob der POS-Scanner den Code lesen kann, sondern auch, was das Host-POS-System empfängt und tatsächlich nutzen kann.67
3.2 Logistik, Wareneingang/-ausgang und SCM-Etiketten
In der Logistik stehen die Identifikation auf Karton- oder Palettenebene, die Wareneingangsprüfung und der Abgleich mit den Versanddaten im Mittelpunkt. In diesem Kontext ist die Kombination aus GTIN-14 oder SSCC mit GS1-128 nach wie vor sehr stark.25
In der Logistik zählt weniger, „was hineingelegt wurde“, sondern „welche Einheit mit welchen Daten verknüpft wird“. Es ist naheliegender, den Barcode zusammen mit ASN und Versanddaten zu entwerfen, statt ihn isoliert zu betrachten.
3.3 Rückverfolgbarkeit und regulierte Bereiche
Im Gesundheitswesen, bei Lebensmitteln, in der Sicherheits- und Verfallsdatenverwaltung reicht die GTIN allein häufig nicht aus. Charge, Verfallsdatum und Seriennummer werden der GTIN hinzugefügt, um eine Rückverfolgung auf Einzelartikel- oder Chargenebene zu ermöglichen.49
Auch der GS1-DataMatrix-Leitfaden hält fest, dass GS1 DataMatrix vor allem für offene Systeme gedacht ist, bei denen die Handelspartner dieselben Daten mit derselben Bedeutung lesen können müssen.8
Hier zählt nicht die Fähigkeit zu drucken, sondern die Fähigkeit, bis zu Handelspartnern und Aufsichtsbehörden mit derselben Bedeutung zu zirkulieren.
4. Repräsentative Regeln, die GS1 festlegt
4.1 Eine GTIN ist keine Nummer, die Sie beliebig wiederverwenden dürfen
Bei der GTIN-Vergabe ist entscheidend, ob „dieselbe Nummer wie beim vorherigen Produkt beibehalten werden darf“. GS1 Japan hat dies als „10 Kriterien für eine GTIN-Änderung“ zusammengestellt. Grob zusammengefasst lauten die zugrunde liegenden Entscheidungsachsen wie folgt:10
- Verbraucher oder Handelspartner müssen das Produkt vom vorherigen unterscheiden können
- Es gibt regulatorische Anforderungen oder Anforderungen zur Offenlegung von Verantwortlichkeiten
- Es liegt eine bedeutsame Änderung vor, die die Supply Chain betrifft — Versand, Lagerung, Wareneingang und Ähnliches
In der Praxis sind es vor allem Änderungen bei Größe, Füllmenge, Verpackungsform, Verkaufseinheit oder Kennzeichnungsverantwortung, bei denen Unsicherheit entsteht. Wird das allein nach vertrieblichem Ermessen gehandhabt, verzerrt das später E-Commerce, Bestellwesen, Bestand und Stammdatenabgleich.
Von den zehn Kriterien seien hier drei genannt, bei denen die Einschätzung vor Ort häufig schwankt.10
- Eine Änderung der Nettofüllmenge, die eine Änderung der Produktkennzeichnung nach sich zieht. Zum Beispiel wenn 500 g auf 480 g reduziert werden
- Eine Änderung der Verpackungsaußenmaße oder des Gesamtgewichts um mehr als 20 %. Bleibt der Inhalt gleich, ändert sich mit der Verpackungsform trotzdem die Grundlage der Logistik
- Eine Änderung der Stückzahl in einer Sammelverpackung. Zum Beispiel wenn ein Karton mit 12 Stück auf 10 Stück umgestellt wird
Umgekehrt wird häufig fälschlich angenommen, man müsse „das hier“ nicht ändern: eine zeitlich begrenzte Verpackungsänderung zu Werbezwecken oder das Beilegen von Werbegeschenken oder Warenproben. Auch das fällt unter die Kriterien, die eine GTIN-Änderung erfordern. Der Gedanke dahinter: Auch wenn der Inhalt gleich bleibt, muss die Handelseinheit als etwas anderes behandelt werden.
Darüber hinaus darf in Japan seit 2019 eine einmal verwendete GTIN grundsätzlich nicht wiederverwendet werden.11
Dieser Zeitpunkt, 2019, ist die Angabe, die GS1 Japan für den japanischen Markt kommuniziert.11 Sind ausländische Handelspartner oder ein globaler E-Commerce-Auftritt beteiligt, prüfen Sie zusätzlich die Praxis der GS1-Mitgliedsorganisation des jeweiligen Landes sowie die Regeln der GS1 General Specifications selbst. Auch wenn beide von „Wiederverwendung nicht möglich“ sprechen, müssen Beginn und Übergangsregelungen nicht identisch sein.
Wer dies nicht weiß und die GTIN wie einen „firmeninternen Code behandelt, der bei Freiwerden wiederverwendet werden kann“, gerät in Konflikt mit alten Produktinformationen und der Historie im E-Commerce. Auch mit Blick auf Produktstammdaten und extern veröffentlichte Daten ist es sicherer, die GTIN als Schlüssel zu betrachten, dessen Bedeutung langfristig erhalten bleibt.
4.2 AIs gibt es in fester und variabler Länge
Bei den AIs von GS1 gibt es sowohl solche mit fest definierter Länge als auch solche mit variabler Länge. Folgt einem AI, das nicht fest definierter Länge ist, ein weiteres Element, ist eine Trennung durch FNC1 erforderlich. Auch im GS1-Syntaxwörterbuch sind AIs mit definierter Länge mit einem * gekennzeichnet, was anzeigt, dass kein FNC1 nötig ist.4
Der AI (10) für die Chargennummer ist zum Beispiel variabel lang. Wird ein weiterer AI angehängt, muss die empfangende Seite erkennen können, wo der Wert von (10) endet. Wird das nachlässig umgesetzt, entsteht ein Barcode, der zwar plausibel aussieht, sich aber nicht parsen lässt.
In der Praxis wird es deutlich stabiler, wenn Elemente fester Länge nach vorn und Elemente variabler Länge nach hinten gestellt werden.12
In Textform sieht das so aus. Hier ein Beispiel, das GTIN, Verfallsdatum und Chargennummer in einem Barcode zusammenfasst. Die HRI-Schreibweise lautet:
(01)04912345678904(17)260331(10)ABC123
Die jeweiligen Längen sind:
| AI | Inhalt | Länge |
|---|---|---|
(01) |
GTIN | Definierte Länge (14 Stellen) |
(17) |
Verfallsdatum JJMMTT | Definierte Länge (6 Stellen) |
(10) |
Charge/Losnummer | Variable Länge (max. 20 Zeichen) |
Da das variable (10) an letzter Stelle steht, ist keine Trennung nötig. Die Scanner-Ausgabe, wenn dies als GS1-128 gelesen wird, erhält vorangestellt einen Symbolidentifikator und sieht so aus. Die Klammern entfallen dabei.3
]C101049123456789041726033110ABC123
Ordnet man dieselben drei Elemente dagegen als „zuerst Charge, dann Verfallsdatum“ an, steht das variable (10) mittendrin. In diesem Fall muss der empfangenden Seite mitgeteilt werden, wo der Wert von (10) endet, weshalb FNC1 als Trennzeichen eingefügt wird. FNC1 wird vom Scanner als GS (ASCII 29) übertragen.
HRI : (01)04912345678904(10)ABC123(17)260331
Scanner-Ausgabe : ]C10104912345678904 10ABC123 <GS> 17260331
(Leerzeichen wurden zur besseren Lesbarkeit eingefügt.
Tatsächlich handelt es sich um eine einzige durchgehende Zeichenfolge.)
Die Regel, Elemente fester Länge nach vorn zu stellen, ist also keine kosmetische Ordnung, sondern ein Entwurf, der das Parsen auf der Empfängerseite um eine Stufe vereinfacht. Je weiter mittig ein Element variabler Länge steht, desto mehr Trennfehler entstehen.
4.3 FNC1 ist kein Zeichen, sondern ein Steuerzeichen
FNC1 bedeutet nicht, „die Zeichenfolge FNC1 einzufügen“. Auch der Basisleitfaden von GS1 Japan erklärt, dass FNC1 ein Steuerzeichen ist, das in GS1-Standardbarcodes verwendet wird — am Symbolanfang zeigt es GS1-Daten an, außerdem dient es als Datentrennzeichen.3
Und die Darstellungsweise ist nicht über alle Barcode-Arten hinweg gleich. Beim GS1 QR-Code etwa unterscheidet sich der Umgang mit Modusindikatoren und Datentrennzeichen von der 1D-Darstellung.3
Der entscheidende Punkt: Gehen Sie nicht davon aus, dass interne Darstellung, Scanner-Ausgabe und HRI-Anzeige dieselbe Zeichenfolge sind.
4.4 Betrachten Sie auch die vom Scanner zurückgegebene Zeichenfolge als Teil des Standards
Ein in der praktischen Systemanbindung leicht übersehener Punkt ist der Symbolidentifikator, den der Scanner nach dem Dekodieren voranstellt. Material von GS1 Japan zeigt Beispiele, in denen GS1-128 dem vorgelagerten System als ]C1, GS1 DataMatrix als ]d2 und GS1 QR-Code als ]Q3 gemeldet wird.3
Das ist nicht direkt in den Barcode gedruckt, sondern eine Information, die der Scanner anhängt, um mitzuteilen, „welche Art von Symbol gelesen wurde“. Die empfangende Seite muss sich also für eines von zwei Vorgehen entscheiden:
- Den Symbolidentifikator entgegennehmen und die Verarbeitung danach verzweigen
- Ihn auf Scannerseite unterdrücken/umwandeln lassen, sodass die Anwendung nur die normalisierte Zeichenfolge erhält
Wird das nicht vorab entschieden und werden UI oder Datenbank zuerst gebaut, bricht der Abgleich in dem Moment vollständig zusammen, in dem die Erfassungsgeräte gewechselt werden.
4.5 Ein 2D-Code sorgt nicht sofort für eine vollständige Ablösung
Der 2D-Leitfaden von GS1 für den Einzelhandel sieht den 2D-Barcode zwar als künftigen Mittelpunkt vor, geht aber davon aus, dass wir uns vorerst in einer Übergangsphase befinden und, bis die 2D-Unterstützung an POS-Systemen ausreichend verbreitet ist, neben dem 2D-Code auch ein linearer Barcode mitgedruckt werden muss.6
Und selbst unter den 2D-Codes ist GS1 DataMatrix vergleichsweise gut lesbar, während die Verarbeitung von QR-/Data-Matrix-Codes mit GS1 Digital Link von aktuellen oder aktualisierten kamerabasierten Scannern und der Unterstützung auf Host-Seite abhängt.67
„Es gibt einen Scanner, der es lesen kann“ und „unser POS/WMS/ERP kann es geschäftlich nutzen“ sind zwei verschiedene Dinge.
5. Punkte, an denen der reale Betrieb häufig hängen bleibt
5.1 GTINs ohne Versionsverwaltung im Produktstamm überschreiben
Ändert man die Bedeutung einer GTIN nachträglich oder weist einer alten GTIN ein anderes Produkt zu, geraten E-Commerce, Bestellwesen, Bestand, Auswertungen, Berichte und Datenbankeinträge allesamt allmählich aus dem Gleichgewicht.1011
In der Praxis sind die Person, die GTINs vergibt, die Person, die den Produktstamm pflegt, und die Person, die Etiketten ausgibt, häufig unterschiedlich. Deshalb ist es sicherer, nicht nur Vergaberegeln, sondern auch einen Ablauf für Änderungsanträge und Historienverwaltung einzurichten.
5.2 Die „Zeichenfolge in Klammern“ unverändert zur Eingabespezifikation machen
In Erläuterungsmaterial und HRI von GS1 wird ein AI häufig in Klammern dargestellt, etwa als (01) oder (17). Das erleichtert Menschen die Unterscheidung der Bedeutungen.6
Scanner-Ausgabe und interne Verarbeitung dagegen verwenden eine andere Darstellung, die FNC1 und Symbolidentifikatoren enthält. Es ist also sicherer, die Anzeigezeichenfolge von der maschinell verarbeiteten Zeichenfolge zu trennen.
5.3 Nicht allein wegen „konnte gelesen werden“ abnehmen
GS1 definiert auch ungültige AI-Kombinationen sowie AIs, die zwingend mit bestimmten anderen AIs kombiniert werden müssen.43
Dass ein Drucktest einmal erfolgreich gelesen wurde, reicht nicht aus. Mindestens diese Punkte sollten getrennt geprüft werden:
- Lässt sich das Symbol lesen?
- Wird die erwartete Zeichenfolge empfangen?
- Sind Trennung und Länge der AIs korrekt?
- Interpretiert das vorgelagerte System die Daten gemäß den Geschäftsregeln?
- Stimmt es mit Produktstamm, Versanddaten und Datenbank überein?
Ein erfolgreicher Scan ist kein erfolgreicher Geschäftsprozess.
5.4 Druckqualität nicht nach dem Aussehen auf dem Monitor beurteilen
Die GS1 General Specifications enthalten Regeln für X-Dimension, Quiet Zone und Qualitätsbewertung. Für die Logistik unterscheiden sich die geforderten Maße und Freiräume zwischen GS1-128 und 2D-Codes.1
Zur Verdeutlichung der Begriffe hier eine einfache Skizze.
[ Rand ][ ||| | || |||| | || |||| ][ Rand ]
(1) (2) (1)
|
+-- (3) Breite des schmalsten Balkens = X-Dimension
(01)04912345678904(17)260331(10)ABC123 ... (4)
Die vier Stellen der Skizze entsprechen jeweils Folgendem:
| Nr. in der Skizze | Element | Was es ist | Was passiert, wenn Sie eingreifen |
|---|---|---|---|
| (1) | Quiet Zone | Freiraum an beiden Enden des Symbols | Wird er durch Layoutanpassung verkleinert, sinkt die Leserate vor Ort, selbst wenn er unter guten Bedingungen noch lesbar bleibt |
| (2) | Symbol | Abfolge von Balken und Lücken. Der Teil, den die Maschine liest | Beim Vergrößern oder Verkleinern ändert sich zugleich die X-Dimension, was Leseabstand und Leserate verändert |
| (3) | X-Dimension | Breite des schmalsten Balkens | Wird sie zu klein, ist der Code nicht mehr lesbar. Der Mindestwert ist je nach Anwendung festgelegt |
| (4) | HRI | Für Menschen lesbarer Text | Die Klammern dienen nur der Anzeige. Sie unterscheiden sich von der Zeichenfolge, die der Scanner zurückgibt, und sollten nicht als Grundlage für die Eingabespezifikation dienen |
Kommt aus dem Design die Anforderung „das soll hier hineinpassen, deshalb etwas kleiner“ oder „der Rand ist verschwendeter Platz, den drücken wir zusammen“, gibt es in dieser Skizze nichts, an dem gekürzt werden darf. Soll die Größe geändert werden, verkleinern Sie das Ganze proportional bei erhaltener X-Dimension und Quiet Zone, oder überdenken Sie die Symbolart selbst.
Im realen Betrieb sinkt die Leserate plötzlich wegen unscheinbarer Faktoren wie diesen:
- Auflösung des Etikettendruckers und Thermotransferbedingungen
- Verlaufen der Tinte auf Karton oder Folie
- Glänzende Oberflächen und Reflexionen
- Druck auf gewölbten Flächen
- Eigenmächtiges Verkleinern bei Designanpassungen
- Layoutänderungen, die den Rand verkleinern
Maßgeblich sollte deshalb nicht sein, was in Illustrator oder einem PDF sichtbar ist, sondern das tatsächliche Lesen des tatsächlich gedruckten Objekts aus tatsächlichem Abstand, Winkel und mit dem tatsächlichen Scanner.
5.5 Mehrere Barcodes nachlässig nebeneinander platzieren
Der 2D-Leitfaden für den Einzelhandel hält ausdrücklich fest, dass die Platzierungsregeln für mehrere Barcodes die POS-Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinflussen.6
In der Praxis kommt es bei folgenden Kombinationen häufig zu Problemen:
- Ein Marketing-QR-Code in der Nähe des POS-JAN-Codes
- Linearer Code und 2D-Code zu nah beieinander
- Verfallsdatum- oder Chargen-HRI an eine schwer lesbare Stelle gedrängt
- Uneinheitliche Scanrichtung zwischen Rückseite, Seitenfläche und Hängeetikett
Mehrere Codes sind erst dann durchdacht gestaltet, wenn nicht nur geklärt ist, „ob sie draufpassen“, sondern auch, welcher davon vorrangig gelesen werden soll.
5.6 Nicht geprüft, welche AIs vor Ort tatsächlich verwendet werden
Auch der 2D-Leitfaden von GS1 für den Einzelhandel hält fest, dass nicht jeder Einzelhändler jeden AI nutzen kann und welche AIs verfügbar sind, je nach Erfassungsort variiert.13
Möchte ein Hersteller beispielsweise GTIN, Verfallsdatum und Charge unterbringen, die empfangende Seite aber nur die GTIN nutzt, entfaltet sich der Wert nur stromaufwärts. Will man umgekehrt das Verfallsdatum vor Ort tatsächlich nutzen, müssen WMS, Inventur und Entsorgungsentscheidungen entsprechend mitziehen.
Die Daten, die Sie codieren und die Daten, die tatsächlich genutzt werden, getrennt zu prüfen, erleichtert die Einführung erheblich.
6. Beispiele mit starken regulatorischen oder branchenspezifischen Anforderungen
6.1 Die 2D-Migration im Einzelhandel
GS1 hat die Standardisierung und die Migrationsleitfäden für 2D-Barcodes im Einzelhandels-POS ausgebaut, mit dem langfristigen Ziel, 2D in den Mittelpunkt zu stellen. Aktuell befinden wir uns jedoch in einer Übergangsphase, in der es realistisch bleibt, neben dem linearen Code weiterzuarbeiten, bis Lese- und Verarbeitungsfähigkeit an POS-Systemen ausreichend verbreitet sind.67
Beim Aufbringen von 2D-Codes auf B2C-Produkte sollten deshalb mindestens folgende Punkte getrennt geprüft werden:
- Kann der Scanner lesen?
- Kann das Host-POS-System interpretieren?
- Muss der lineare Code erhalten bleiben?
- Halten HRI und Platzierung dem Kassenbetrieb stand?
6.2 Medizinprodukte und Ähnliches in Japan
Für japanische Medizinprodukte, In-vitro-Diagnostika und Ähnliches legen behördliche Mitteilungen recht konkrete Vorgaben fest: die Kennzeichnung mit Produktcode und Herstellungsidentifikator pro Verpackungseinheit sowie GS1-128 oder GS1 DataMatrix als Barcode-Symbolik.9
Wichtig ist hier, dass GS1 nicht bloß eine „praktische Konvention der Privatwirtschaft“ bleibt. In der Realität bauen Gesetze, Mitteilungen, Branchenleitlinien, Datenbankregistrierungen sowie der Betrieb in Krankenhäusern und im Vertrieb auf GS1 auf.
In solchen Bereichen reicht der Gedanke „intern lesen wir es, also passt es“ nicht aus — nötig ist die Denkweise, GS1 abgestimmt auf Regulierung, Handelspartner und Betrieb vor Ort einzusetzen.
7. Die Reihenfolge für die Einführung
Wer eine Barcode-Einführung möglichst robust gestalten will, kommt meist mit dieser Reihenfolge gut zurecht:
-
Den Geschäftsanwendungsfall festlegen Geht es um POS, um Wareneingangs-/Warenausgangsprüfung oder um Rückverfolgbarkeit?
-
Den Identifikationsschlüssel festlegen GTIN, GTIN-14 oder SSCC. Bei Bedarf auch GLN einbeziehen.
-
Die benötigten Attribute festlegen Charge, Verfallsdatum, Seriennummer, Gewicht, Preis usw. — pro AI entscheiden.
-
Das Symbol festlegen Was passt: EAN/UPC, ITF, GS1-128, GS1 DataMatrix oder GS1 QR-Code?
-
Die Scanner-Ausgabespezifikation festlegen Wird der Symbolidentifikator entgegengenommen, wie wird FNC1 normalisiert, was wird an das Host-System übergeben?
-
Produktstamm und Änderungsregeln festlegen Neuvergabe, Änderung, Auslistung, Verbot der Wiederverwendung und Historienverwaltung von GTINs schriftlich festhalten.
-
Am realen Objekt die Druckqualität prüfen Mit dem tatsächlichen Etikett, dem tatsächlichen Verpackungsmaterial, dem tatsächlichen Scanner und aus tatsächlichem Abstand prüfen.
-
Bis zum Geschäftsprozess-Test gehen Nicht nur „lässt sich lesen“ prüfen, sondern ob „Inventur, Prüfung, Versand und Verfallsdatenverwaltung durchgängig funktionieren“.
Ebenso wichtig wie diese Reihenfolge ist, wer welchen Schritt verantwortet. Wird das nicht festgelegt, bleiben Schritt 5 und 6 in niemandes Zuständigkeit hängen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Organisation, aber als Anhaltspunkt gilt:
| Schritt | Beispiel für Hauptverantwortliche | Beispiel für Einzubeziehende |
|---|---|---|
| 1. Geschäftsanwendungsfall festlegen | Fachabteilung (Logistik, Vertrieb, Qualität) | IT-Abteilung |
| 2. Identifikationsschlüssel festlegen | Produktstammdatenverwaltung, Produktabteilung | IT-Abteilung, Handelspartner |
| 3. Benötigte Attribute festlegen | Fachabteilung | Qualitätssicherung, Handelspartner |
| 4. Symbol festlegen | IT-Abteilung | Verpackungsdesign, Druckerei |
| 5. Scanner-Ausgabespezifikation festlegen | IT-Abteilung | Terminalhersteller, Verantwortliche für das Kernsystem |
| 6. Produktstamm und Änderungsregeln festlegen | Produktstammdatenverwaltung | IT-Abteilung, Vertrieb, E-Commerce-Verantwortliche |
| 7. Am realen Objekt prüfen | Vor Ort (Lager, Fertigung) | Druckerei, IT-Abteilung |
| 8. Bis zum Geschäftsprozess-Test gehen | Fachabteilung | IT-Abteilung, Handelspartner |
Ausgerechnet zu Schritt 5, der Scanner-Ausgabespezifikation, kommt fast nie ein Wunsch aus der Fachabteilung. Schlägt die IT-Abteilung das nicht von sich aus vor, wird es erst zum Problem, wenn die Terminals ausgetauscht werden.
Letztlich ist der schnellere Weg, die Spezifikation der Empfängerseite festzulegen, bevor man Etikettendesign-Software auswählt.
8. Zusammenfassung
Bei Barcode-Standards wie GS1 kommt es zuerst darauf an, Nummer, Attribut, Symbol und Verarbeitung nach dem Scan getrennt zu betrachten.
- Die GTIN ist der Schlüssel, der das Produkt identifiziert
- Der AI legt Bedeutung und Format der Daten fest
- GS1-128 / GS1 DataMatrix / GS1 QR-Code sind Darstellungsmittel
- Die Umsetzung schließt Qualität, Platzierung, FNC1, Scanner-Ausgabe und den Betrieb des Produktstamms mit ein
Trennt man das im Entwurf, wird der Barcode vom „bloß Druckbaren“ zu einer Geschäftsschnittstelle, die mit Handelspartnern und der Praxis geteilt werden kann.
Vermischt man es dagegen weiter, lässt sich der Barcode zwar lesen, doch Bestand, Wareneingangsprüfung und Rückverfolgbarkeit brechen.
Beim Einsatz von GS1 ist es praktikabel, nicht zuerst welchen Code man aufbringt, sondern zuerst festzulegen, wer was liest und in welchem System wofür genutzt wird.
9. Referenzen
-
GS1 / GS1 Japan, GS1 General Specifications, öffentliches PDF von GS1 Japan ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
GS1 Japan, Was ist eine GTIN, Nutzungsformen der GTIN ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
GS1 Japan, GS1-Standardbarcode-Basisleitfaden ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10
-
GS1, GS1 Application Identifiers, GS1 Barcode Syntax Resource User Guide ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7
-
GS1 Japan, Das GS1-128-Symbol, SSCC (Serial Shipping Container Code) ↩ ↩2 ↩3
-
GS1, 2D Barcodes at Retail Point-of-Sale Implementation Guideline ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9
-
GS1 Support, What 2D barcodes can be read at Point-of-Sale scanners today? ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5
-
GS1 / GS1 Japan, GS1 DataMatrix Guideline, GS1-DataMatrix-Leitfaden (japanisches PDF) ↩ ↩2 ↩3
-
Japanisches Gesundheitsministerium (MHLW), Zur Kennzeichnung von Behältnissen von Medizinprodukten mit Identifikationscodes ↩ ↩2
-
GS1 Japan, 10 Kriterien für eine GTIN-Änderung, GTIN-Vergabeleitfaden ↩ ↩2 ↩3
-
GS1 Japan, Zum Ende der GTIN-Wiederverwendung ↩ ↩2 ↩3
-
GS1, GSCN 16-154 - pre-defined length element strings should appear before variable length element strings ↩
-
GS1, 2D Barcodes at Retail Point-of-Sale Implementation Guideline — die Unterstützung gängiger AIs variiert je nach Einzelhändler bzw. Anwendungsfall ↩
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Fragen, die in Beratungen zu diesem Artikelthema häufig gestellt werden.
- Was ist der Unterschied zwischen einer GTIN und den verschiedenen Barcode-Arten?
- Die GTIN ist der Produktidentifikationscode, während EAN/UPC, ITF, GS1-128, GS1 DataMatrix und GS1 QR-Code Wege sind, ihn darzustellen (die Datenträger). Vermischt man diese Ebenen, bricht das Design zusammen. Es gibt GTIN-8, GTIN-12, GTIN-13 und GTIN-14; in Japan werden GTIN-13 und GTIN-8 als JAN-Code breit eingesetzt. GTIN-13 dient Einzelartikeln oder der kleinsten Handelseinheit, GTIN-14 Sammelverpackungen wie Kartons oder Kollis. Die GTIN ist ein Schlüssel, der aussagt, „um welches Produkt es sich handelt“ — sie trägt weder Charge noch Verfallsdatum mit.
- Was ist ein GS1-Applikationsidentifikator (AI)?
- Ein AI ist eine 2- bis 4-stellige Ziffernfolge, die Bedeutung und Format der nachfolgenden Daten festlegt, die zusätzlich zur GTIN mitgeführt werden. Typische Beispiele sind (01) für die GTIN, (00) für die SSCC, (10) für Charge/Losnummer, (17) für das Verfallsdatum und (21) für die Seriennummer. Dank der AIs lassen sich mehrere Daten in einem einzigen Barcode unterbringen, ohne dass die empfangende Seite deren Bedeutung verwechselt. AIs gibt es in fester und variabler Länge; folgt einem AI variabler Länge ein weiteres Element, ist eine Trennung durch FNC1 erforderlich.
- Ist GS1-128 dasselbe wie Code 128?
- Nein, das ist nicht dasselbe. GS1-128 ist ein GS1-eigenes Subset von Code 128: Es verwendet FNC1, um die Einhaltung der GS1-Regeln anzuzeigen, und ordnet die Daten nach der AI-Syntax an. Ebenso ist GS1 DataMatrix ein GS1-Subset von Data Matrix und GS1 QR-Code ein GS1-Subset des QR-Codes. „Code 128 erzeugen können“ und „GS1-128 korrekt erzeugen können“ bedeuten also nicht dasselbe.
- Kann eine einmal verwendete GTIN für ein anderes Produkt wiederverwendet werden?
- In Japan darf eine einmal verwendete GTIN seit 2019 grundsätzlich nicht wiederverwendet werden. Wer die GTIN wie einen „firmeninternen Code, der bei Freiwerden wiederverwendet werden kann“ behandelt, gerät in Konflikt mit alten Produktinformationen und der Historie im E-Commerce. GS1 Japan hat zudem die „10 Kriterien für eine GTIN-Änderung“ zusammengestellt: Änderungen bei Größe, Füllmenge, Verpackungsform, Verkaufseinheit oder Kennzeichnungsverantwortung können eine neue GTIN erforderlich machen. Auch mit Blick auf Produktstammdaten und extern veröffentlichte Daten sollte die GTIN als Schlüssel betrachtet werden, dessen Bedeutung langfristig erhalten bleibt.
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Go Komura
Geschäftsführer von KomuraSoft LLC
Spezialisiert auf Windows-Softwareentwicklung, technische Beratung und Fehleranalyse, insbesondere bei bestehenden Systemen und schwer reproduzierbaren Störungen.