Was ist GCPW? – Windows-Anmeldung mit Google-Authentifizierung

· · Windows, GCPW, Google Workspace, Cloud Identity, Active Directory, Windows-Geräteverwaltung

Bei Beratungen, die die Anmeldung an Windows-Geräten stärker auf Google ausrichten wollen, vermischen sich sehr häufig auf einmal folgende Themen.

  • Zeigt GCPW nur „den Google-Anmeldebildschirm“ an, oder mehr?
  • Was passiert mit bestehenden lokalen Profilen oder AD-Profilen?
  • Kümmert es sich auch um Windows-Administratorrechte, BitLocker und die Update-Verwaltung?
  • Wie verhalten sich die erste Anmeldung, der Offline-Betrieb, die Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passwortänderungen?
  • Kann es mit Active Directory koexistieren, oder ersetzt es Active Directory?

Wird das nachlässig zusammengefasst, driften die Erwartungen vor der Einführung auseinander, und Migration wie Ersteinrichtung werden anfälliger für Pannen.

GCPW ist weder ein bloßer „Google-Anmeldebildschirm“ noch ein vollständiger Ersatz für eine Windows-Domäne. In der Praxis wird die Lage übersichtlicher, wenn man die Google-Anmeldung an Windows, die Zuordnung zu bestehenden Profilen, den Passwort-/Sitzungsbetrieb auf Google-Seite und die gemeinsame Nutzung mit Windows device management getrennt betrachtet.

Dieser Artikel ordnet praxisorientiert und mit reichlich Mermaid-Diagrammen, was passiert, wenn Sie Google Credential Provider for Windows (GCPW) in einer Windows-10/11-Umgebung einsetzen: welche Konfigurationen sich eignen, die Einführungsschritte und die typischen Stolperfallen. Grundlage ist im Wesentlichen die offizielle Google-Workspace-Dokumentation, wie sie Stand März 2026 einsehbar war.

Die Diagramme sind konzeptionell. In Mermaid-fähigen Markdown-Umgebungen werden sie als Diagramme dargestellt.

1. Zuerst das Fazit

Vorab die Kernaussagen im Überblick.

  • GCPW ist ein Mechanismus, mit dem sich Nutzer mit einem verwalteten Google-Konto bei Windows 10/11 anmelden.
  • Im Alleinbetrieb stehen die Windows-Anmeldung und das SSO-Erlebnis im Chrome Browser im Mittelpunkt von GCPW.
  • Wer auch Windows-Updates, BitLocker, lokale Administratorrechte, benutzerdefinierte Einstellungen und Wipe abdecken möchte, sollte praktisch von einer gemeinsamen Nutzung mit Windows device management ausgehen.
  • In Umgebungen mit bestehenden lokalen oder AD-Profilen bleibt die Migration leicht stecken, wenn nicht vorab entschieden wird, ob ein bestehendes Profil zugeordnet oder ein neues Profil angelegt wird.
  • Die erste Anmeldung setzt eine Online-Verbindung voraus. Bei einem AD-beigetretenen Gerät ohne bestehendes AD-basiertes Profil ist zudem wichtig, dass bei der ersten Anmeldung eine Verbindung zu AD möglich ist.
  • Die Offline-Anmeldung ist möglich, aber ohne vorherige Festlegung, wie viele Tage sie erlaubt sein soll, gerät der Betrieb ins Wanken.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich nutzen, aber USB-Sicherheitsschlüssel werden von GCPW nicht unterstützt.
  • Wird der Passwortbetrieb nicht vorab festgelegt, führen Diskrepanzen zwischen Google- und Windows-Seite zu Anmeldeproblemen. Besonders gefährlich ist ein Betrieb, bei dem nur auf der AD-/Entra-ID-Seite zuerst zurückgesetzt wird.
  • GCPW behandelt ausschließlich Google als Identitätsanbieter – wer die Konfiguration darauf aufbaut, vermeidet Fehleinschätzungen.

Kurz gesagt ist GCPW „ein Mechanismus, um mit Google in Windows zu gelangen“ – wer den gesamten Windows-Endpunktbetrieb in der Hand behalten will, sollte konsequenterweise zusammen mit Windows device management planen.

Begriffe, die dieser Artikel verwendet

Da sich Begriffe aus der Google- und der Windows-Welt vermischen, hier vorab eine Übersicht.

Begriff Bedeutung
2SV (2-step verification) Googles Zwei-Faktor-Authentifizierung. In Google-Materialien mit 2SV abgekürzt
enroll (Registrierung) Die Registrierung eines Geräts als verwaltetes Objekt in Windows device management. Das ist etwas anderes als die Anmeldefähigkeit – erst nach dem enroll greifen gerätebezogene Einstellungen wie BitLocker oder Updates
staging Die Kitting-Arbeit, bevor ein Gerät an den Nutzer übergeben wird. Wer sich in dieser Phase anmeldet, bestimmt später, wer enrollt wird
AD-basiertes Profil Ein Windows-Profil, das an ein Active-Directory-Konto gebunden ist. Zu unterscheiden von einem rein gerätelokalen „lokalen Profil“
permitted domains / erlaubte Domänen Die Google-Konto-Domänen, deren Anmeldung mit GCPW zugelassen ist. Ohne Konfiguration kann sich niemand anmelden

Zunächst die Einordnung auf einen Blick

Google-Konten auf Windows-Geräten nutzenWas soll erreicht werden?Google-Anmeldung an WindowsZentrale Verwaltung der Windows-EinstellungenMigration bestehender ProfileGCPWWindows device managementDesign der Zuordnung bestehender lokaler / AD-ProfileWindows-AnmeldungChrome Browser SSOGoogle-PasswortabgleichBitLockerWindows UpdateLokale AdministratorrechteBenutzerdefinierte Einstellungen / Wipe / AuditNeues Profil anlegen?Bestehendes Profil wiederverwenden?

Dieses Diagramm leitet vom „Ziel“ zum „passenden Werkzeug“ über. Wählen Sie von links nach rechts, was Sie erreichen wollen, ergibt sich der zuständige Mechanismus (GCPW / Windows device management / Profildesign). Hier gibt es nur einen Punkt zu verstehen: Gerätebezogene Verwaltung wie BitLocker oder Windows Update taucht in der GCPW-Spalte nicht auf.

2. GCPW lässt sich leichter verstehen, wenn man es in 4 Schichten aufteilt

GCPW-Diskussionen werden kompliziert, weil „Anmeldung“, „Profilmigration“ und „Geräteverwaltung“ leicht als ein und dieselbe Sache behandelt werden. In der Praxis kommt man schneller voran, wenn man diese vier Schichten trennt.

Schicht Hauptakteur Was sie steuert
Authentifizierungsschicht GCPW Anmeldung an Windows mit dem Google-Konto
Profilschicht Zuordnung bestehender Profile Ob ein bestehendes lokales / AD-Profil wiederverwendet oder ein neues angelegt wird
Verwaltungsschicht Windows device management BitLocker, Updates, lokale Administratorrechte, benutzerdefinierte Einstellungen, Wipe usw.
Konfigurationsschicht Admin console / Registry Erlaubte Domänen, Offline-Zeitraum, Mehrbenutzerfähigkeit, automatische Registrierung usw.

Mit dieser Sichtweise werden die Ursachen für Diskrepanzen wie „GCPW ist installiert, aber BitLocker greift nicht“ oder „Anmeldung mit Google funktioniert, aber bestehende Nutzerdaten sind nicht sichtbar“ leichter erkennbar.

Die Schichtstruktur

KonfigurationsschichtVerwaltungsschichtWindows-ProfilschichtAnmeldeschichtID / SitzungAdmin consoleRegistry-EinstellungenWindows device managementBitLocker / Updates / lokale AdministratorrechteBenutzerdefinierte Einstellungen / Wipe / AuditBestehendes lokales ProfilBestehendes AD-basiertes ProfilNeues Windows-ProfilGCPWGoogle-KontoZwei-Faktor-Authentifizierung

Während das Diagramm aus Kapitel 1 vom Ziel zum Werkzeug führte, ordnet dieses Diagramm dieselben Elemente danach an, zu welcher Schicht sie gehören und was wovon abhängt. Zu erkennen ist, dass alle Pfeile durch GCPW (die Anmeldeschicht) verlaufen und sich der Pfeil von GCPW zur Profilschicht in drei Zweige aufteilt. Diese Verzweigung ist genau das Design aus Kapitel 4: „Bestehendes Profil zuordnen oder neu anlegen?“

3. Wie es sich in einer Windows-Umgebung verhält

3.1 Zuerst die Systemvoraussetzungen klären

In einer Windows-Umgebung ist zunächst wichtig, nicht an den Voraussetzungen zu scheitern.

Aspekt Worauf es in der Praxis ankommt
Betriebssystem Voraussetzung ist Windows 10/11 Pro, Pro for Workstations, Enterprise, Education. 32-Bit / 64-Bit werden unterstützt, ARM-basierte Geräte nicht.
Browser Erforderlich ist der Stable-Kanal von Chrome Browser 81 oder neuer – und dieser muss mit Administratorrechten installiert sein.
Installationsrechte Zum Ausführen des Installers auf dem Gerät sind Administratorrechte nötig. Verteilung über Deployment-Tools oder PowerShell ist ebenfalls möglich.
Erste Anmeldung Eine Internetverbindung ist zwingend erforderlich.
AD-beigetretene Geräte Ist noch kein bestehendes AD-basiertes Profil auf dem Gerät vorhanden, muss bei der ersten Anmeldung eine Verbindung zu AD möglich sein.
Lizenzierung Die unterstützten Editionen unterscheiden sich zwischen GCPW allein und der gemeinsamen Nutzung mit Windows device management. Vor der Einführung ist der Lizenzplan zu prüfen.

Unterschiede bei den unterstützten Editionen (die erste Hürde bei der Einführungsentscheidung)

Zwischen „GCPW allein“ und der „gemeinsamen Nutzung mit Windows device management“ unterscheiden sich die benötigten Editionen. Die von Googles offizieller Dokumentation (Overview: Enhanced desktop security for Windows) genannten unterstützten Editionen sind folgende.

Edition GCPW allein Windows device management
Business Starter / Business Standard unterstützt nicht unterstützt
Business Plus unterstützt unterstützt
Enterprise Standard / Enterprise Plus unterstützt unterstützt
Frontline Starter / Standard / Plus unterstützt unterstützt
Essentials unterstützt nicht unterstützt
Enterprise Essentials / Enterprise Essentials Plus unterstützt unterstützt
Education Fundamentals unterstützt nicht unterstützt
Education Standard / Education Plus / Endpoint Education Upgrade unterstützt unterstützt
G Suite Basic / G Suite Business unterstützt nicht unterstützt
Cloud Identity Free unterstützt nicht unterstützt
Cloud Identity Premium unterstützt unterstützt

So liest sich die Tabelle: Für die reine Anmeldung mit GCPW reicht praktisch jede Edition. Wer dagegen auch BitLocker, Windows Update und lokale Administratorrechte verwalten will, benötigt eine unterstützte Edition wie Business Plus, Enterprise Standard oder höher, oder Cloud Identity Premium. Besonders bei Business Starter / Business Standard und Cloud Identity Free lässt sich GCPW zwar nutzen, Windows device management jedoch nicht. Die Anfrage „GCPW ist installiert, aber BitLocker lässt sich nicht verwalten“ hat manchmal genau hier ihre Ursache.

Da sich die Editionszusammenstellung ändern kann, prüfen Sie vor Vertragsabschluss unbedingt die aktuelle Vergleichstabelle in der offiziellen Dokumentation.

Leicht übersehen werden hier Chrome und die fehlende ARM-Unterstützung. Da es um Windows-Geräte geht, richtet sich der Blick meist nur auf das Betriebssystem, doch GCPW hängt beim Start des Google-Anmeldebildschirms auch von Chrome ab – fehlt Chrome oder ist es falsch platziert, schlägt die Anmeldung ebenfalls fehl.

3.2 Von der ersten Anmeldung bis zur alltäglichen Anmeldung

Vereinfacht sieht der Ablauf nach der GCPW-Einführung so aus.

  1. GCPW wird auf dem Gerät installiert
  2. Der Nutzer meldet sich erstmals mit seinem Google-Konto an
  3. GCPW ordnet ein bestehendes Profil zu oder legt ein neues Windows-Profil an
  4. Danach erfolgt die Anmeldung über den gewohnten Windows-Anmeldebildschirm
  5. Bei Sicherheitsereignissen wie einer Google-Passwortänderung oder einem abgelaufenen Sitzungstoken wird jedoch erneut der Google-Anmeldebildschirm verlangt

Wichtig ist hier: Es ist nicht so, dass jedes Mal zwingend über den Google-Dialog angemeldet wird. Bei der ersten Anmeldung und bei bestimmten Sicherheitsereignissen tritt die Google-seitige Authentifizierung in den Vordergrund, im Alltag erfolgt die Anmeldung jedoch überwiegend über den Windows-Anmeldebildschirm.

Der Ablauf der ersten Anmeldung

Chrome BrowserBestehendes / neues ProfilGCPWGoogle-AnmeldungWindows-AnmeldebildschirmBenutzerChrome BrowserBestehendes / neues ProfilGCPWGoogle-AnmeldungWindows-AnmeldebildschirmBenutzeralt[Bestehendes Profil zuordnen][Neu anlegen]Wählt „Add Work Account“ oder ein bestehendes KontoStartet den Google-AuthentifizierungsbildschirmE-Mail-Adresse / Passwort / 2SVGibt die Anmeldedaten einAuthentifizierung erfolgreichFindet das bestehende lokale / AD-Profil und ordnet es zuLegt ein neues Windows-Profil anÜbergibt den Google-AnmeldestatusStartet die Windows-Sitzung

In diesem Diagramm gibt es nur an einer einzigen Stelle eine Verzweigung: Wird das bestehende Profil zugeordnet, oder wird ein neues angelegt? Das entscheidet sich im Moment der ersten Anmeldung, und ein nachträgliches „doch lieber das bestehende Profil“ bedeutet Mehrarbeit. Genau deshalb wird das Zuordnungsdesign aus Kapitel 4 abgeschlossen, bevor der Installer verteilt wird.

3.3 Passwortabgleich, Offline-Betrieb und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Wer GCPW in einer Windows-Umgebung stabil betreiben möchte, sollte sich tatsächlich zuerst den Passwortbetrieb ansehen.

Auch Googles offizieller Leitfaden setzt voraus, dass auf Geräten mit GCPW das Google-Passwort und das Windows-Passwort synchron gehalten werden. Zudem wird davon ausgegangen, dass Nutzer in der Regel das Google-seitige Passwort primär verwalten. Deshalb passt das schlecht zu einem Design, das auf die Windows-Passwortänderung über Strg+Alt+Entf setzt.

Wie der Passwortabgleich zu verstehen ist

JaNeinGoogle-Passwort geändertIst das Gerät online?GCPW gleicht das Windows-Passwort abNächste Anmeldung erfolgreichAbgleich zurückgestelltErneuter Abgleich beim nächsten Online-KontaktPasswortänderung nur auf AD- / Entra-ID-SeiteDiskrepanz zwischen Google und WindowsPassword incorrect / Abgleichfehler

Dieses Diagramm zeigt zwei Abläufe, oben und unten. Der obere Ablauf (Änderung auf Google-Seite) wird bei Online-Verbindung sofort abgeglichen, und selbst offline holt der Abgleich beim nächsten Online-Kontakt auf. Der untere Ablauf (Änderung nur auf AD-/Entra-ID-Seite) wird dagegen niemals abgeglichen, egal wie lange man wartet. Beim Erstellen eines Passwort-Reset-Verfahrens ist es praxisnah, diesen unteren Ablauf ausdrücklich als verbotenen Schritt zu kennzeichnen.

In der Praxis kommt häufig Folgendes vor.

  • Das Passwort wurde vermeintlich auf Google-Seite geändert, aber das Gerät war offline und hat noch nicht mit der Windows-Seite synchronisiert
  • Umgekehrt wurde nur auf der AD-/Entra-ID-Seite zuerst zurückgesetzt, wodurch eine Diskrepanz zur Google-Seite entstand
  • Die Passwortkomplexität auf Google-Seite war schwächer als bei Windows/AD, sodass das Passwort auf eine Zeichenfolge geändert wurde, die die Windows-Anforderungen nicht erfüllt

Deshalb muss vor der Einführung mindestens Folgendes festgelegt werden.

  • Liegt die Passworthoheit bei Google,
  • oder wird von AD / Entra ID / einem anderen Tool zu Google synchronisiert?
  • Wird die Passwortkomplexität mindestens auf das Windows-Niveau abgestimmt?

Der dritte Punkt, die Komplexität, wird in der Google Admin console unter „Sicherheit“ → „Authentifizierung“ → „Passwortverwaltung“ je Organisationseinheit konfiguriert. Festlegen lassen sich hier jedoch nur das Kontrollkästchen „Sichere Passwörter erzwingen“ sowie die Mindest- und Höchstzeichenzahl (8 bis 100 Zeichen), ob eine Wiederverwendung zulässig ist, und die Gültigkeitsdauer. Eine Vorgabe der Zeichenarten wie bei der Active-Directory-Passwortrichtlinie – „so und so viele Arten aus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen“ – ist nicht möglich. Google bewertet nämlich nicht die Zusammensetzung der Zeichenarten, sondern die Gesamtstärke des Passworts.

In der Praxis läuft das darauf hinaus, auf Google-Seite mindestens die gleiche Mindestzeichenzahl wie auf AD-Seite einzustellen und „Sichere Passwörter erzwingen“ zu aktivieren. Sind die Anforderungen an die Zeichenarten auf AD-Seite streng, kann ein auf Google-Seite akzeptiertes Passwort auf Windows-Seite trotzdem abgelehnt werden – prüfen Sie diese Kombination unbedingt im Pilotbetrieb.

Offline-Betrieb und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Offline-Anmeldung ist mit GCPW grundsätzlich möglich. Konfigurieren lässt sich jedoch, wie viele Tage seit der letzten Online-Anmeldung zulässig sind. Wird das bei der Einführung nicht festgelegt, tendiert man leicht entweder zu einer zu strengen Regelung, die den Betrieb vor Ort behindert, oder zu einer zu lockeren, die das Risiko bei Geräteverlust erhöht.

Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich zudem nutzen, aber Folgendes sollte vorab kommuniziert werden.

  • USB-Sicherheitsschlüssel werden von GCPW nicht unterstützt
  • Stattdessen sind Verfahren wie Google-Eingabeaufforderung, Google Authenticator und Backup-Codes vorzusehen
  • In einer Konfiguration, die ausschließlich Sicherheitsschlüssel zulässt, können Nutzer möglicherweise nicht mehr bei Windows anmelden

4. Wie mit bestehenden lokalen / AD-Profilen umzugehen ist

Hier passieren bei GCPW-Migrationen die meisten Pannen.

Existiert auf dem Gerät bereits ein geschäftlich genutztes Windows-Profil, hängt es stark vom Nutzererlebnis und der Migrationsschwierigkeit ab, ob GCPW dieses zuordnet und weiterverwendet oder ein neues Windows-Profil anlegt.

Die drei typischen Muster

Muster Was passiert Geeignet für Zu beachten
Neues Profil anlegen Ein neues Windows-Profil für die Google-Anmeldung wird angelegt Neu ausgegebene Geräte, saubere Neuaufsetzung Bestehende Daten werden nicht übernommen. Ein separater Migrationsplan ist nötig.
Bestehendes lokales Profil zuordnen Das aktuell genutzte lokale Profil wird an das Google-Konto gebunden Schrittweise Migration bestehender Geräte Muss vorab festlegen, welches Google-Konto welchem Windows-Nutzer entspricht.
Bestehendes AD-basiertes Profil zuordnen Das bestehende AD-beigetretene Gerät und Arbeitsprofil werden weiterverwendet AD-beigetretene Geräte beibehalten und gleichzeitig auf das Google-Anmeldeerlebnis umstellen Die AD-Konnektivität bei der ersten Anmeldung ist entscheidend. Fehler in der Zuordnungsdefinition führen leicht zu Fehlschlägen.

Auch Googles Anleitung sieht vor, beim Zuordnen bestehender Profile Windows-Kontonamen oder AD-Konten über ein Custom Attribute auf Directory-Seite zuzuordnen oder SID-basierte Registry-Einstellungen auf dem Gerät zu nutzen. Mit anderen Worten: Das ist eine Migrationsaufgabe, die eine vorherige Planung erfordert – kein Betrieb, bei dem der Nutzer nach der Installation einfach spontan auswählt.

Noch wichtiger ist das Verhalten, wenn keine Zuordnung erfolgt.

  • Nutzer bestehender lokaler Profile behalten unter Umständen weiterhin die Möglichkeit, in das alte Profil zu gelangen
  • Bestehende AD-Nutzer gelangen möglicherweise nicht ohne Weiteres in das erwartete Arbeitsprofil, sobald ein neues Profil für die Google-Anmeldung angelegt wird

Entscheidungsdiagramm für den Umgang mit bestehenden Profilen

JaNeinLokalAD-basiertGerät hat ein bestehendes geschäftliches Windows-ProfilSollen Daten / Einstellungen unverändert genutzt werden?Zuordnung des bestehenden Profils planenGCPW ein neues Windows-Profil anlegen lassenArt des bestehenden ProfilsZuordnung z. B. über Local Windows accountsZuordnung z. B. über AD accountsAD-Konnektivität bei der ersten Anmeldung prüfenWindows-Benutzernamen / geräteweise Einschränkungen klärenMigration bestehender Daten separat planen

Diese Entscheidung muss nur einmal pro Gerätegruppe getroffen werden. Ist die erste Verzweigung (sollen bestehende Daten weiterverwendet werden) auf Gerätegruppenebene festgelegt, läuft alles Weitere entweder auf die Erstellung der Zuordnungsdefinition oder auf einen Datenmigrationsplan hinaus. Wird die Entscheidung vor Ort gerätweise getroffen, mischen sich innerhalb derselben Gerätegruppe neue Profile und Zuordnungen, und der Support wird unvorhersehbar.

5. Der Unterschied zwischen GCPW allein und GCPW + Windows device management

Bei Diskussionen über GCPW ist es in der Praxis sehr wichtig, diese beiden Fälle zu trennen.

Vergleichstabelle

Aspekt GCPW allein GCPW + Windows device management
Windows-Anmeldung mit Google möglich möglich
Chrome Browser SSO möglich möglich
Zuordnung bestehender Profile möglich möglich
Automatische Geräteregistrierung nicht vorhanden vorhanden
Steuerung lokaler Administratorrechte grundsätzlich nicht möglich
BitLocker grundsätzlich nicht möglich
Steuerung von Windows Update grundsätzlich nicht möglich
Verteilung benutzerdefinierter Einstellungen grundsätzlich nicht möglich
Wipe / Audit / Detailverwaltung eingeschränkt möglich
Geeignet für Wer nur das Google-Anmeldeerlebnis möchte Wer firmeneigene Windows-Geräte Google-zentriert verwalten möchte

Auch offiziell empfiehlt Google für firmeneigene Geräte die Konfiguration mit gemeinsamer Nutzung von GCPW und Windows device management. Ist umgekehrt bereits eine andere Verwaltungsplattform vorhanden und nur das Google-Anmeldeerlebnis erwünscht, ist GCPW allein die passende Überlegung.

Eine unscheinbare, aber wichtige Einschränkung bei gemeinsamer Nutzung

Bei gemeinsamer Nutzung mit Windows device management ist es sicherer, vorab zu verstehen, dass pro Gerät nur ein einziger Nutzer enrollt werden kann.

Auch offiziell wird dies als Einschränkung auf Seiten von Windows 10/11 beschrieben. Selbst wenn mehrere Nutzer sich über GCPW an diesem Gerät anmelden können, wird nur der erste Nutzer in Windows device management enrollt. Zudem wirken sich gerätebezogene Einstellungen wie BitLocker, Updates und lokale Administratorrechte auch auf die übrigen Nutzer dieses Geräts aus.

Das Problem des ersten Nutzers

Gerät wird eingerichtetErster Nutzer, der sich mit GCPW anmeldetEnrollment in Windows device managementGerätebezogene Einstellungen werden angewendetBitLocker / Updates / lokale Administratorrechte / benutzerdefinierte EinstellungenWeiterer Nutzer, der sich später über GCPW anmeldetWindows-Anmeldung an sich ist möglichAber es werden keine weiteren Nutzer enrolltGerätebezogene Einstellungen basieren auf dem ersten Enrollment

Wo sich das auswirkt, ist das Problem, dass das Kitting-Personal sich als Erstes über GCPW anmeldet. Wird statt des Mitarbeiters, der das Gerät eigentlich nutzen soll, das Konto der einrichtenden Person enrollt, kommt es später zur Panne, dass die beabsichtigten Einstellungen nicht greifen.

6. Was vor der Einführung festzulegen ist

Was sich bei der GCPW-Einführung später auszahlt, ist weniger die Ausführung des Installers selbst als vielmehr die vorherige Planung. Übersetzt man den offiziellen Leitfaden in die Praxis, sollten mindestens diese sechs Punkte vorab festgelegt werden.

Vor der Einführung festlegenPassworthoheitKomplexitätsanforderungenErlaubte DomänenUmgang mit bestehenden ProfilenAdministratorrechte für den SupportStaging-Strategie für das automatische EnrollmentErlaubte Offline-Tage

Die Reihenfolge in diesem Diagramm hat eine Bedeutung. Von links nach rechts sind die Punkte in der Reihenfolge angeordnet, in der die Entscheidung des einen die Entscheidung des nächsten erst ermöglicht. Die Komplexität etwa lässt sich nicht festlegen, solange nicht entschieden ist, ob die Passworthoheit bei Google oder bei AD liegt. Umgekehrt gilt: Wird der Installer verteilt, ohne einen dieser Punkte in dieser Reihenfolge geklärt zu haben, bleiben alle nachfolgenden Entscheidungen offen, während die Zahl der Geräte weiter wächst.

Der schlechte Weg und der praxistaugliche Weg

Aspekt Schlechter Weg Praxistauglicher Weg
Passwort Nur auf AD-/Entra-Seite zuerst zurücksetzen Vorab festlegen, ob Google die Führung übernimmt oder der Betrieb auf einem Sync-Tool basiert
Komplexität Mit schwachen Google-seitigen Anforderungen beginnen Google-Anforderungen mindestens auf das Niveau von Windows/AD anheben
Erlaubte Domänen Nur den Installer verteilen und später entscheiden permitted domains vor dem Pilotbetrieb festlegen
Bestehende Profile Vor Ort improvisieren lassen Pro Gerätegruppe festlegen, ob zugeordnet oder neu angelegt wird
Staging Das Kitting-Personal meldet sich zuerst über GCPW an Mit einem lokalen Administrator einrichten oder für die Setup-OU die automatische Registrierung deaktivieren
Support-Rechte Nur GCPW-Nutzer betrachten und den Helpdesk-Weg vergessen Administratorrechte für AD-Nutzer / AD-Gruppen / lokale Nutzer vorab planen
Offline Ohne Festlegung der erlaubten Tage beginnen Die Tage anhand von Risiko und Praxisbetrieb festlegen

Drei besonders leicht übersehene Punkte

1. Erlaubte Domänen sind Pflicht

Bei GCPW können sich Nutzer erst anmelden, wenn festgelegt ist, welche Domänen für die Anmeldung zugelassen sind. Konfigurieren lässt sich das sowohl über die Admin console als auch über den Registry-Wert domains_allowed_to_login – in jedem Fall ist dieser Schritt Pflicht.

2. Admin console und Registry haben getrennte Rollen

In älteren Erläuterungen dreht sich vieles um die Registry-Konfiguration, doch heute ist die Verwaltung über die Admin console der Standard. Wer jedoch feinere Granularität möchte – etwa unterschiedliche erlaubte Domänen je Gerät –, für den eignet sich in manchen Fällen die Registry besser.

3. Einstellungen der Admin console wirken nicht sofort

GCPW-Einstellungen werden etwa im Stundentakt mit den Geräten synchronisiert. „Die Einstellung wurde vorgenommen, wirkt aber nicht sofort“ ist üblich – im Pilotbetrieb ist es daher sicherer, diese Verzögerung von vornherein einzuplanen.

7. Praxisorientiertes Einführungsverfahren

Hier wird der Ablauf für die praktische Einführung von GCPW in einer Windows-Umgebung so knapp wie möglich zusammengefasst.

Einführungsablauf

1. Lizenzplan / OS / Chrome-Anforderungen prüfen2. Passwortstrategie und Komplexität festlegen3. Erlaubte Domänen und weitere Einstellungen festlegen4. Notwendigkeit der Zuordnung bestehender Profile klären5. Bei Nutzung von Windows device management aktivieren6. Installer aus der Admin console beziehen7. An Geräte verteilen / mit Administratorrechten installieren8. Nutzer führt erste Online-Anmeldung durch9. Gerätedetails / Enrollment / Protokolle prüfen

7.1 Zuerst die Konfiguration festlegen

Zuerst ist Folgendes festzulegen.

  • Soll GCPW allein genutzt werden?
  • Soll GCPW + Windows device management genutzt werden?
  • Sollen bestehende Profile zugeordnet werden?
  • Oder erfolgt der Umstieg mit neuen Profilen?

Diese Entscheidung kommt zuerst. Wird nur der Installer verteilt, ohne dies festzulegen, kommt es später zu „die erwartete Geräteverwaltung funktioniert nicht“ oder „bestehende Nutzerdaten werden nicht übernommen“.

7.2 Erlaubte Domänen und Optionen festlegen

Es gibt zwei Konfigurationswege.

  • Admin console Geeignet, wenn dieselbe Einstellung organisationsweit verteilt werden soll. Das ist heute der Standardweg.
  • Geräte-Registry Geeignet, wenn eine feine, gerätebezogene Unterscheidung gewünscht ist.

Wird die Registry verwendet, ist mindestens domains_allowed_to_login erforderlich. Wird GCPW gemeinsam mit Windows device management genutzt, werden enable_dm_enrollment und validity_period_in_days zu Entscheidungspunkten; bei einem eher gemeinsam genutzten Gerätebetrieb kommt auch enable_multi_user_login hinzu.

7.3 Installer beziehen und verteilen

Der 32-Bit- bzw. 64-Bit-GCPW-Installer wird aus der Admin console bezogen und an die Geräte verteilt. Der Pfad zum entsprechenden Bildschirm lautet wie folgt.

Google Admin console
  → Menü
  → Geräte (Devices)
  → Mobilgeräte und Endpunkte (Mobile & endpoints)
  → Einstellungen (Settings)
  → Windows
  → „Google Credential Provider for Windows setup“
  → „Download GCPW“

Für diesen Vorgang ist eine Anmeldung als privilegierter Administrator (super administrator) erforderlich. Von hier aus wird die 64-Bit- oder die 32-Bit-Version heruntergeladen und verteilt.

Im aktuellen Verwaltungsmodell ist wichtig, dass in den aus der Admin console heruntergeladenen Installer automatisch das Token der Organisation eingebettet wird. Ob dieses Token vorhanden ist, wirkt sich später aus.

Bezugsquelle des Installers Token Über die Admin console konfigurierbar?
Download aus der Admin console wird automatisch eingebettet ja (so kann direkt fortgefahren werden)
Ältere Download-Seite (tools.google.com/dlpage/gcpw/) nicht enthalten Erlaubte Domänen können nicht über die Admin console geändert werden. Das Token muss auf dem Gerät gesetzt oder über die Registry konfiguriert werden

Wurde bereits ein Registrierungstoken für Chrome Enterprise Core an die Geräte verteilt, lässt sich mit diesem Token auch die GCPW-Konfiguration über die Admin console verwalten. Wenn „die erlaubten Domänen wurden in der Admin console konfiguriert, aber auf dem Gerät nicht wirksam“ auftritt, prüfen Sie zuerst, ob nicht versehentlich ein Installer ohne Token verteilt wurde. Da die Übernahme der Einstellung selbst bis zu etwa einer Stunde dauern kann, sollte diese Zeit abgewartet werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

7.4 Installieren

Für eine manuelle Installation kann beispielsweise wie folgt vorgegangen werden.

# 64-Bit-Version
gcpwstandaloneenterprise64.exe /silent /install

# 32-Bit-Version
gcpwstandaloneenterprise.exe /silent /install

7.5 Beispiel für individuelle Registry-Einstellungen

Ein Beispiel dafür, wie Werte, die nicht über die Admin console konfiguriert sind, pro Gerät gesetzt werden können.

Hinweis: Existiert dieselbe Einstellung sowohl in der Admin console als auch in der Registry, hat die Admin console Vorrang.

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Google\GCPW]
"domains_allowed_to_login"="example.com"
"enable_dm_enrollment"=dword:00000001
"validity_period_in_days"=dword:00000007
"enable_multi_user_login"=dword:00000000

7.6 Wer bestehende Profile weiterverwenden will, sollte die Zuordnungsdefinition zuerst erstellen

Wer bestehende lokale / AD-Profile weiterverwenden möchte, sollte die Zuordnung zwischen dem Google-Konto und dem Windows-Konto des Nutzers vorab über ein Custom Attribute auf Directory-Seite vorbereiten. Wird das aufgeschoben und Nutzer melden sich zuerst an, wird meist erst ein neues Profil angelegt, das anschließend wieder zurückgerollt werden muss. Da dies die Stelle im Artikel ist, an der am häufigsten Pannen passieren, wird sie hier konkret beschrieben.

Schritt 1: Ein benutzerdefiniertes Attribut anlegen

Das Anlegen erfolgt in der Admin console unter „Verzeichnis“ → „Nutzer“ → oben „Weitere Optionen“ → „Benutzerdefinierte Attribute verwalten“. Die Werte sind genau wie folgt einzugeben, einschließlich Groß- und Kleinschreibung (bei einem Fehler lässt sich der Name später nicht korrigieren – das Attribut muss dann neu angelegt werden).

Feld Wert
Kategorie (Category) Enhanced desktop security
Feldname (Name) Für AD-beigetretene Konten AD accounts, für lokale Konten Local Windows accounts (nur eines oder beide möglich)
Informationstyp (Info type) Text
Sichtbarkeit (Visibility) Für Nutzer und Administratoren sichtbar
Anzahl der Werte (Number of values) Mehrere Werte (Multi-value)

Wird das Attribut über die Directory API angelegt, erfolgt die Registrierung mit dem Schemanamen Enhanced_desktop_security und den Feldnamen AD_accounts / Local_Windows_accounts. Sollen Werte aus einem bestehenden AD eingespielt werden, lässt sich dafür auch Google Cloud Directory Sync nutzen.

Schritt 2: Werte je Nutzer eintragen

Auf der Detailseite eines Nutzers erscheint unter „Nutzerinformationen“ das Feld „Enhanced desktop security“, in das der Windows-Kontoname eingetragen wird. Das Format ist festgelegt.

Ziel Format Beispiel
AD-Konto Domäne\Benutzername (sAMAccountName) example\jsmith
Lokales Konto un:Windows-Benutzername un:jsmith
Lokales Konto + gerätespezifisch un:Benutzername,sn:Seriennummer (kein Leerzeichen nach dem Komma) un:jsmith,sn:123456

Drei Einschränkungen sind zu beachten.

  • Pro Nutzer ist nur ein AD-Konto zulässig. Werden mehrere eingetragen, verwendet GCPW nur den ersten Eintrag.
  • Sind sowohl AD als auch lokal konfiguriert, sucht GCPW zuerst nach dem AD-Konto.
  • Ist das Attribut nicht gesetzt oder wird kein passendes Windows-Profil gefunden, wird ein neues Windows-Profil angelegt. Die meisten Fälle von „obwohl zugeordnet, sind die bestehenden Daten nicht sichtbar“ liegen genau hier.

Bei einem AD-beigetretenen Gerät muss für Nutzer, die auf diesem Gerät noch kein AD-basiertes Profil besitzen (also über „Andere Nutzer“ auf dem Anmeldebildschirm einsteigen), das Gerät bei der ersten Anmeldung eine Verbindung zu AD herstellen können. Lässt man die erste Anmeldung auf einem im Homeoffice befindlichen Gerät durchführen, schlägt genau das fehl.

Die genauen Bildschirmschritte und die aktuelle Spezifikation finden Sie in der offiziellen Anleitung Associate Google accounts with existing Windows profiles.

7.7 Nach der ersten Online-Anmeldung überprüfen

Nach der ersten Anmeldung ist Folgendes zu überprüfen.

  • Ist die Anmeldung im erwarteten Windows-Profil erfolgt?
  • Bei gemeinsamer Nutzung mit Windows device management: Wurde der beabsichtigte Nutzer enrollt?
  • Erscheinen die Gerätedetails in der Admin console?
  • Ist die Richtliniensynchronisation abgeschlossen?

8. Häufige Stolperfallen und die Fehlereingrenzung unter Windows

GCPW-Probleme lassen sich meist einer der Zeilen dieser Tabelle zuordnen.

Symptom Zuerst zu prüfen Häufige Ursache Erster Schritt
„Your administrator doesn’t allow you to sign in with this account“ Erlaubte Domänen permitted domains nicht konfiguriert Admin console oder domains_allowed_to_login prüfen
Der Google-Anmeldebildschirm öffnet sich nicht Chrome Chrome nicht installiert, falsch platziert, AV-Interferenz Vorhandensein, Pfad und Startfähigkeit von Chrome prüfen
Passwort stimmt nicht / Abgleichfehler Passwortbetrieb Diskrepanz zwischen Google und Windows Prüfen, auf welcher Seite zuerst geändert wurde
Anmeldung mit Google gelingt, aber bestehende Daten sind nicht sichtbar Profilzuordnung Es wurde ein neues Profil angelegt Vorhandensein der Zuordnungseinstellung prüfen
Kein Eintrag im Device Management Enrollment Falscher erster Anmeldenutzer / automatische Registrierung deaktiviert Zielnutzer für das Enrollment und Staging-Verfahren überprüfen
Richtlinien werden nicht wirksam Synchronisationszeitpunkt Noch nicht synchronisiert Etwa eine Stunde warten oder die Synchronisation manuell ausführen

Was hinter „Chrome / AV-Interferenz“ steckt

Der am wenigsten greifbare Punkt in dieser Tabelle ist die „AV-Interferenz“. In der Praxis handelt es sich immer um eines der folgenden Probleme. Wird von oben nach unten geprüft, geht die Fehlereingrenzung schneller.

Zu prüfen Vorgehen
Ist Chrome mit Administratorrechten installiert? Eine Konfiguration, bei der Chrome nur unterhalb des Nutzerprofils (%LOCALAPPDATA%\Google\Chrome) installiert ist, erfüllt die Anforderung nicht
Lässt sich Chrome manuell starten? Lässt es sich in einer normalen Sitzung nach der Anmeldung nicht starten, liegt das Problem vor GCPW
Quarantäne-/Blockierungshistorie der Sicherheitssoftware In den Protokollen des Sicherheitsprodukts prüfen, ob die ausführbare Datei von Chrome oder der GCPW-Installer/-Prozess isoliert wurden
Zulassungsliste der Anwendungssteuerung In Umgebungen mit AppLocker oder App Control for Business prüfen, ob die ausführbaren Dateien von Chrome und GCPW zugelassen sind
Proxy-/SSL-Überprüfung Der Google-Anmeldebildschirm kommuniziert bereits vom Anmeldebildschirm aus. Greift auf diesem vorgelagerten Kommunikationsweg eine Proxy-Authentifizierung oder Zertifikatsprüfung, bleibt der Bildschirm ohne Anzeige stehen

Von diesen Punkten wird die Kommunikation vor der Anmeldung besonders leicht übersehen. Selbst wenn eine Verbindung nach der Anmeldung des Nutzers durchgeht, läuft sie auf dem Anmeldebildschirm über einen anderen Pfad und mit anderen Anmeldeinformationen – prüfen Sie, ob genau dort ein Stillstand auftritt.

Der Ablauf der Fehlersuche

Anmeldung verweigertGoogle-Bildschirm erscheint nichtPassword incorrectBestehende Daten nicht sichtbarKein Eintrag im Device ManagementProblem mit GCPW aufgetretenWas tritt auf?Erlaubte Domänen prüfenVorhandensein / Pfad / AV von Chrome prüfenSynchronisationsstatus zwischen Google und Windows prüfenProfilzuordnung prüfenErsten Enrollment-Nutzer prüfenAdmin console / Registry prüfenChrome neu installierenPasswortbetrieb neu ordnenCustom Attribute / SID-Zuordnung erneut prüfenStaging-Verfahren überprüfen

Dieses Diagramm dient dazu, ausgehend vom Symptom genau einen Ort für die erste Prüfung festzulegen. GCPW-Probleme lassen sich immer einer der Kategorien „Authentifizierung“, „Chrome“, „Passwortabgleich“, „Profilzuordnung“ oder „Enrollment“ zuordnen – klären Sie zuerst, um welche Spalte es geht, bevor Sie zu den Detailprotokollen weitergehen. Wirken mehrere Symptome gleichzeitig vorhanden, führt die Prüfung, wer sich zuerst erfolgreich angemeldet hat, häufig zur Spalte „Enrollment“.

Wo unter Windows Protokolle zu finden sind

Wer GCPW unter Windows nachverfolgen möchte, beginnt mit der Ereignisanzeige (Event Viewer).

  • Windows-Protokolle > Anwendung
  • Ereignisquelle: GCPW

Damit lassen sich die meisten grundlegenden Informationen einsehen. Für eine detailliertere Ansicht lässt sich über die Registry das ausführliche Protokollieren (verbose logging) aktivieren.

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Google\GCPW]
"enable_verbose_logging"=dword:00000001
"log_file_path"="C:\\GCPW.log"
"log_file_append"=dword:00000001

Wer auch Windows device management einsehen möchte, prüft bei Bedarf zusätzlich Folgendes.

  • Anwendungs- und Dienstprotokolle > Microsoft > Windows > DeviceManagement-Enterprise-Diagnostic-Provider > Admin

Wenn die Übernahme schnell überprüft werden soll

Wer nach einer Änderung der erlaubten Domänen oder von Richtlinien sofort prüfen möchte, ob sie übernommen wurden, findet in Googles Anleitung die Methode, über den Task Scheduler GoogleUpdateTaskMachineUA auszuführen, um die Synchronisation anzustoßen. Während des Pilotbetriebs beschleunigt es die Fehlereingrenzung, dieses Verfahren griffbereit zu haben.

9. Für welche Organisationen es sich eignet – und für welche nicht

Wofür es sich eignet

Wofür es sich eignet Begründung
Google Workspace / Cloud Identity steht im Zentrum der Identität Die Windows-Anmeldung lässt sich leicht mit dem Google-seitigen Authentifizierungserlebnis verbinden
Firmeneigene Windows-Geräte sollen Google-orientiert verwaltet werden GCPW + Windows device management passen gut zusammen
Bestehende lokale / AD-Profile sollen schrittweise migriert werden Mit einer entworfenen Zuordnung lässt sich mit erhaltenen Nutzerdaten umziehen
Man möchte zunächst mit dem Google-Anmeldeerlebnis beginnen Der Start mit GCPW allein ist eine Option

Wofür es sich nicht eignet

Wofür es sich nicht eignet Begründung
Eine andere Identität als Google soll die primäre für die Windows-Anmeldung sein GCPW behandelt ausschließlich Google als Identitätsanbieter
Es wird von ARM-basierten Windows-Geräten ausgegangen Laut offiziellen Anforderungen unterstützt GCPW kein ARM
Nur USB-Sicherheitsschlüssel sollen verpflichtend sein GCPW unterstützt keine USB-Sicherheitsschlüssel
Bei gemeinsam genutzten Geräten wird ein Device-Management-Enrollment für viele Nutzer erwartet Die Einschränkung „ein Nutzer pro Gerät“ für das Enrollment gilt weiterhin
Die Annahme lautet: „Mit der Installation von GCPW lässt sich der gesamte Windows-Domänenbetrieb ersetzen“ Tatsächlich müssen Authentifizierung, bestehende Profile und Geräteverwaltung separat geplant werden

10. Zusammenfassung

Der Trick, GCPW in einer Windows-Umgebung erfolgreich einzusetzen, besteht darin, die Funktionen nicht als monolithischen Block zu betrachten.

  • GCPW ist der Mechanismus, um mit Google in Windows zu gelangen
  • Die Zuordnung bestehender Profile ist der Migrationsmechanismus
  • Windows device management ist der Mechanismus für den Endpunktbetrieb

Werden diese drei getrennt betrachtet, fällt die Einführungsentscheidung deutlich leichter.

In der Praxis besonders wichtig sind diese fünf Punkte.

  1. Den Passwortbetrieb zuerst festlegen
  2. Die erlaubten Domänen zuerst festlegen
  3. Entscheiden, ob bestehende Profile weiterverwendet werden
  4. Bei Nutzung von Windows device management den ersten Enrollment-Nutzer nicht verwechseln
  5. Ein auf der Ereignisanzeige basierendes Fehlersuchverfahren bereithalten

GCPW ist ein praxistaugliches Werkzeug, um die Windows-Anmeldung stärker auf Google auszurichten. Was wirklich zählt, ist jedoch nicht der Moment, in dem der Installer ausgeführt wird, sondern die Planung davor. Wird diese vorab abgesichert, verbinden sich die Google-Anmeldung, die Weiternutzung bestehender Daten und die Windows-Geräteverwaltung sauber miteinander.

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Quellen

  1. Google Workspace Help - Overview: Enhanced desktop security for Windows
  2. Google Workspace Help - Prepare to install GCPW
  3. Google Workspace Help - Install Google Credential Provider for Windows
  4. Google Workspace Help - Set up GCPW and Windows device management together
  5. Google Workspace Help - Associate Google accounts with existing Windows profiles
  6. Google Workspace Help - Set account privileges on Windows 10 or 11 devices
  7. Google Workspace Help - FAQ for GCPW
  8. Google Workspace Help - Troubleshoot GCPW
  9. Google Workspace Learning Center - Sign in to Windows after GCPW installation
  10. Google Workspace Help - Set token to manage GCPW from the Admin console
  11. Google Workspace Help - What’s new in GCPW
  12. Google Workspace Verwaltungshilfe - Passwortanforderungen für Nutzer festlegen und überwachen

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Häufige Fragen

Fragen, die in Beratungen zu diesem Artikelthema häufig gestellt werden.

Was ist GCPW?
GCPW (Google Credential Provider for Windows) ist ein Mechanismus, mit dem sich Nutzer mit einem verwalteten Google-Konto bei Windows 10/11 anmelden. Im Alleinbetrieb stehen die Windows-Anmeldung und das SSO-Erlebnis im Chrome Browser im Mittelpunkt – GCPW ist weder ein bloßer „Google-Anmeldebildschirm“ noch ein vollständiger Ersatz für eine Windows-Domäne. Unterstützt werden Windows 10/11 Pro, Pro for Workstations, Enterprise und Education; ARM-basierte Geräte werden nicht unterstützt, und Voraussetzung ist, dass Chrome Browser 81 oder neuer mit Administratorrechten installiert ist.
Kann ich mit GCPW allein BitLocker oder Windows Update verwalten?
Mit GCPW allein grundsätzlich nicht. Allein leistet GCPW die Windows-Anmeldung mit Google, Chrome-SSO und die Zuordnung bestehender Profile; für BitLocker, die Steuerung von Windows Update, die Kontrolle lokaler Administratorrechte, die Verteilung benutzerdefinierter Einstellungen und Wipe ist die gemeinsame Nutzung mit Windows device management Voraussetzung. Bei gemeinsamer Nutzung gilt die Einschränkung, dass pro Gerät nur der erste Nutzer enrollt werden kann – daher ist Vorsicht geboten, damit nicht versehentlich das für das Kitting zuständige Personal beim ersten Anmelden enrollt wird.
Kann sich GCPW auch offline bei Windows anmelden?
Die Offline-Anmeldung selbst ist möglich. Die erste Anmeldung erfordert jedoch zwingend eine Internetverbindung, und bei AD-beigetretenen Geräten ohne bestehendes AD-basiertes Profil muss bei der ersten Anmeldung zusätzlich eine Verbindung zu AD möglich sein. Wie viele Tage Offline-Betrieb erlaubt sind, lässt sich etwa über validity_period_in_days konfigurieren; wird nicht vorab festgelegt, wie viele Tage seit der letzten Online-Anmeldung zulässig sind, tendiert die Praxis entweder zu einer zu strengen Regelung, die den Betrieb behindert, oder zu einer zu lockeren, die das Risiko bei Geräteverlust erhöht.
Lassen sich mit GCPW Zwei-Faktor-Authentifizierung und Sicherheitsschlüssel nutzen?
Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich nutzen, USB-Sicherheitsschlüssel werden von GCPW jedoch nicht unterstützt. Stattdessen sind Verfahren wie Google-Eingabeaufforderung, Google Authenticator und Backup-Codes vorzusehen. In einer Konfiguration, die ausschließlich Sicherheitsschlüssel zulässt, kann es passieren, dass Nutzer nicht mehr bei Windows anmelden können – das sollte vor der Einführung unbedingt kommuniziert werden. Da zudem ein Passwortabgleich zwischen Google- und Windows-Seite vorausgesetzt wird, führt ein Betrieb, bei dem nur auf der AD-/Entra-ID-Seite zuerst zurückgesetzt wird, zu Anmeldeproblemen durch Inkonsistenz.

Autorenprofil

Profilseite des Artikelautors.

Go Komura

Geschäftsführer von KomuraSoft LLC

Spezialisiert auf Windows-Softwareentwicklung, technische Beratung und Fehleranalyse, insbesondere bei bestehenden Systemen und schwer reproduzierbaren Störungen.

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